Marathon International du Beaujolais

23.11.2019 - von Thomas Ulrich mit Fotos von Birgit Claes

Zum ersten Mal, zum 2. Mal oder auch zum dritten Mal: Zusammen mit den Läufern aus Salzkotten sind Birgit, Erika, Holger, Thomas und Ulrich zur Partnerstadt von Salzkotten, nach Belleville-en-Beaujolais gereist. Ein herzlicher Empfang, schöne Läufe durch das Beaujolais-Weinanbaugebiet, beste Streckenversorgung (ja, es gab auch Wasser), eine wunderbare Nuit du Marathon (OK, es war eine Riesen-Party), viele schöne, gemeinsame Erlebnisse mit unseren französischen Freunden, herzliche Gastfamilien und viele schöne, gemeinsame Momente charakterisieren diese Läuferreise.

Die Städtefreundschaft Belleville-Salzkotten wird durch viele engagierte Bürgerinnen und Bürger gepflegt. Regelmäßige Reisen in die jeweilige Stadt festigen viele Freundschaften. Die alle zwei Jahre stattfindende Marathonfahrt ist ein Bestandteil des Austauschs. Gerne haben wir daran teilgenommen. Am Freitag, den 22. November morgens um sechs ging es los, gegen 17:30 Uhr wurden wir in Belleville empfangen. Auch wenn die Fahrt recht lang war, so konnten wir sie uns doch auf angenehme Art und Weise verkürzen.

Eine Busfahrt die ist lang  … und lustig !

Mehrgängiges Essen auf der Pasta-Party, die freundliche Zuordnung zu unseren Gastfamilien und Quartieren und ein schönes (Wieder-) Kennenlernen zeichneten unsere Ankunft aus. Und natürlich durften wir den regionalen Wein genießen: „So entspannt war ich noch nie direkt vor einem Marathon“. Unsere Gastgeber waren so freundlich und haben die Startnummern für uns schon abgeholt. Somit waren wir alle gut gerüstet für die Läufe am kommenden Tag. Den Jumelage-Teams aus Belleville und Salzkotten sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt. Wir haben mit euch und dank euch wunderschöne Tage erleben dürfen.

Herzlicher Empfang in Belleville

Nach dem gemeinsamen Abendessen sind wir mit den jeweiligen Gastfamilien zu ihnen nach Hause gefahren. Und am kommenden Morgen ging es für Birgit, Erika und Thomas zum Marathon. Die Startnummer war natürlich wichtig. Unsere Gastgeber fuhren uns nahezu vor den Sammelpunkt, kurzer Fußmarsch, Taschenkontrolle und wir waren in der beheizten Sporthalle von Fleurie-en-Beaujolais. Der erste Eindruck war super. Und natürlich wurde schon am Sammelpunkt in der Sporthalle der örtliche Wein angeboten.

Einstimmung auf den Marathon

Später am Tag starteten der Halbmarathon von Holger und der 13km-Lauf von Ulrich. Da die Autoren dieser Zeilen Marathon gelaufen sind, können wir über diese Läufe nicht so viel berichten; unsere Freunde haben begeistert von dem jeweiligen Lauf erzählt.  

Auf der Marathonstrecke von Fleurie nach Villefranche-sur-Saône werden neun Châteaus passiert, zumeist befanden sich dort auch Versorgungspunkte. Weitere Versorgungspunkte haben Nachbarschaften und Anwohner organisiert. Der erste und der dritte Teil des Laufs führen in erster Linie durch die Weingüter des Beaujolais, der mittlere Teil brachte uns zusätzlich auch Ackerbau und Viehzucht nahe. Wer bei diesem Lauf Bestzeit anstrebt, hat den Sinn des Laufes nicht verstanden – wir drei gönnten uns das gesamte Vergnügen und nahmen uns die 42 km in einem angemessenen “Party-Tempo“ vor.

Verschiedene Läufer haben sich umfänglich und originell für den Lauf verkleidet. Wir trafen Zauberer, Hexen, Kellner, Frösche oder auch Clowns, Ritter, Superwoman, Spiderman etc.

Unterwegs

Aber von vorn: Beim Start in Fleurie, um 9:15 Uhr herrscht beste Stimmung. Beim Durchlauf wurden wir von vielen Zuschauern und verschiedenen Musikgruppen verabschiedet und in die Weinberge entlassen.

Start in Fleurie-en-Beaujolais

Nach knapp fünf Kilometern erreichten wir das erste der zahlreichen Châteaus an einer Anhöhe. Natürlich durfte man im Innenhof auch Wasser trinken.

Erste Verpflegungsstation in Sicht

Ungefähr bei km 10 war das zweite Château (Château de Pizay), der französische Garten war für unsere “ostwestfälischen“ Augen natürlich etwas Besonderes. Dann ab in den Weinkeller.

Im Weinkeller

Die Versorgung war auch “unterirdisch“ hervorragend – von Livemusik begleitet. Den einen oder anderen Läufer hat dies zu einer kleinen Tanzeinlage inspiriert. Und ja, auch hier wurde Wasser gereicht. Auch den nächste Erfrischungspunkt am Château de la Terrière erreichten wir zusammen. Wieder eine schöne Pause. Und auch dort wieder eine beste Versorgung, Musik, Wein. Im Château des Ravatys bei ungefähr km 17,5 war eine weitere Versorgungsstation: Vielfältige Leckereien luden zum Verweilen ein: Obst, Trockenfrüchte, Käse, Salami, Brot, und, und, und. Und natürlich wieder ein leckerer Wein. Auch hier wurde gerne wieder nachgeschenkt.

Die Halbmarathonmarke erreichten wir bei Charentay. Musikgruppen motivierten uns durch den Ort. Bei km 23 ein weiteres Chateau (oder ein gehobenes Anwesen). Auch hier war die Verpflegung wieder bestens! Und jetzt lernten wir auch Ackerbau und Viehzucht kennen. Die nachfolgenden Stationen kamen in jeweils ca. 3 km Abstand und trugen zur weiteren Motivation bei. Nach einer Strecke durch Felder und vor allem Laubwald tauchte vor uns das Château du petit talancé auf. Sieben Kilometer vor dem Ziel, nach verschiedenen Steigungen kam diese Station grade richtig. Wieder eine beste kulinarische Versorgung – ja, auch hier wurde zusätzlich Wasser ausgeschenkt – ging es gut gestärkt weiter.

Nun waren wir auf einer Strecke mit den Halbmarathonläufern. Was wirkten die frisch, was waren die flott. In Villefranche-sur-Saône war die Stimmung bestens. Viele Zuschauer an der Strecke, wieder verschiedene, motivierende Musikgruppen. Die abschließende leichte Beschleunigung auf den letzten tausend Metern auf der “Rue Nationale“ hat uns sicherlich eine um ca. 2 Sekunden verbesserte Zielzeit gebracht. Was für ein schöner Lauf! Anschließend wurden die Halbmarathonläufer von den Marathonläufern getrennt. Wir Marathonis durften in die Parkgarage eines Einkaufszentrums und die wahrscheinlich längste Beaujolais-Theke der Welt genießen.

Zielverpflegung

Perfekt! Am Treffpunkt hat Valérie schon auf uns gewartet um uns wieder in die Quartiere zu bringen.

Wir dürfen das auch Ultra nennen. Das “Mann“ und “Frau“ nach einem Marathon noch so lange feiern können! Die Nacht des Marathons hat der Jumelage wieder viel Freude gemacht. Mindestens ein Aspekt des Laufs konnte fortgeführt werden: all-you-can-drink. Viel Tanz und gemeinsame Freu(n)de charakterisierten diesen schönen Abend. Und die Musikgruppe zeigte den Sportlern mal was echte Musiker so draufhaben. Sie spielten von ca. 21:00 Uhr bis 2:00 Uhr früh ohne Pause. Was ein herrlicher Abend.

La Nuit du Marathon - Foto: Ulrich Böckler

Nach einem Vormittag in den Gastfamilien besuchten wir gemeinsam eine Burg und nachfolgend Weinproben (klar doch). Wieder ein Nachmittag, der unseren Gastgebern und uns viel Spaß gemacht hat. Anschließend durften wir noch einen schönen Abend bei unseren Gastfamilien verbringen. Unsere Gastfamilien: Vielen herzlichen Dank für eure Gastfreundschaft und die vielen schönen Stunden die wir mit und bei euch verbringen durften.

Ein Film zum Marathon dank “move fred“.