Marathon International du Beaujolais 2017

19.11.2017 - geschrieben von Thomas Ulrich, Fotos: Thomas Ulrich

 

Unter dem Dach der Städtefreundschaft nach Belleville, der Partnerstadt von Salzkotten: ein herzlicher Empfang, schöne Läufe durch das Beaujolais-Weinanbaugebiet, beste Streckenversorgung (ja, es gab auch Wasser), eine wunderbare Nuit du Marathon (OK, es war eine Riesen-Party), viele schöne, gemeinsame Erlebnisse mit unseren französischen Freunden, herzliche Gastfamilien und viele schöne, gemeinsame Momente charakterisieren diese Läuferreise.

 

Seit vielen Jahren wird die Städtefreundschaft Belleville-Salzkotten durch viele engagierte Bürger gepflegt. Ein vielfältiger Austausch und viele gegenseitige Besuche festigen viele Freundschaften - und alle zwei Jahre findet die Marathonfahrt nach Belleville statt. Gerne haben Holger, Friedhelm und Thomas daran teilgenommen. Auf der Marathonstrecke von Fleurie nach Villefranche-sur-Saône werden neun Châteaus passiert, zumeist befanden sich dort auch Versorgungspunkte. Der erste und der dritte Teil des Laufs führt in erster Linie durch die Weingüter des Beaujolais, der mittlere Teil brachte uns zusätzlich auch Ackerbau und Viehzucht nahe. Wer bei diesem Lauf Bestzeit anstrebt, hat den Sinn des Laufes nicht verstanden - und so gönnten wir uns das gesamte Vergnügen und nahmen uns die 42 km vor.

 

Am 17. November morgens um 6:00 Uhr ging es los. Unter der kundigen und freundlichen Führung von Annette starteten wir die Fahrt in einem Reisebus. Um 18:30 sind wir freundlichst empfangen worden. Bestes Essen auf der Pasta-Party, freundliche Zuordnung zu Gastfamilien und Quartieren und ein schönes (Wieder-) Kennenlernen charakterisierten diesen Abend. Unsere Gastgeber waren so freundlich und haben die Startnummern für uns schon abgeholt. Im Unterschied zu den Jahren zuvor, wurde jetzt die Flasche Beaujolais schon mit den Startunterlagen ausgegeben. Somit waren wir alle gut gerüstet für den Lauf am nächsten Tag. Insbesondere Annette, Isabel und den Jumelage-Teams in Belleville und Salzkotten sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt. Wir haben mit euch und dank euch wunderschöne Tage erleben dürfen.

 

Samstag war der Lauftag. Die Starts sind über den Tag verteilt. Der Marathon startet um 9:00 Uhr in Fleurie, alle weiteren Starts sind in Villefranche (Halbmarathon um 12:00 Uhr, 12 km um 14:00 Uhr). Damit waren Friedhelm und Thomas mit den weiteren Marathonläufern schon wieder früh auf den Beinen. Unsere Gastgeber fuhren uns nahezu vor den Sammelpunkt, kurzer Fußmarsch, Taschenkontrolle und wir waren in der beheizten Sporthalle von Fleurie. Der erste Eindruck war super.

 

Erster Eindruck - Versorgung in der “Sammelhalle“ noch vor dem Start

Der zweite und dritte Eindruck auch. Viele Läufer haben sich umfänglich und originell für den Lauf verkleidet. Ganze Gruppen waren beispielsweise als Kellner, Nonnen, Frösche verkleidet, andere Teilnehmer liefen als Clowns, Ritter, Jesus, Weintraube oder Superwoman herum; Claire bspw. als Einhorn (der zweite Eindruck).

 

Dritter Eindruck - Vielfältige, originelle Verkleidungen

Auch aufgrund der vielen Kostüme - Bestzeit steht wirklich nicht im Vordergrund. Und der Lauf trägt seinen Namen zu Recht: Marathon international du Beaujolais. Es waren über 20 Nationen am Start, wir in unseren "Jumelage-Shirts".

 

In unseren Jumelage T-Shirts machten wir eine gute Figur, nicht nur Friedhelm

Beste Stimmung am Start in Fleurie, um 9:15 Uhr starteten über 2.000 Läufer. Wir wurden beim Durchlauf von vielen Zuschauern und verschiedene Musikgruppen verabschiedet und in die Weinberge entlassen. Nach knapp fünf Kilometern erreichten wir das erste der zahlreichen Châteaus an einer Anhöhe. Natürlich durfte man im Innenhof auch Wasser trinken.

 

Bei km 10 war das zweite Châteaus (Château de Pizay), der französische Garten war für unsere "ostwestfälischen" Augen natürlich etwas Besonderes. Dann ab in den Weinkeller, vorbei an den Weinfässern, eine hervorragende Versorgung, links Wasser, rechts Wein. Ab da gab es das Wasser für mich nur noch aus pädagogischen Gründen.

 

Auf dem Weg zur nächsten Versorgungsstation

 

Den nächsten Erfrischungspunkt am Château de la Terrière erreichten wir zu viert. Vielen Dank für diese schöne Zeit mit euch. Dort wieder eine beste Versorgung, Musik, Wein - was soll ich sagen: es war sehr schön.

 

Rainer, Thomas, Friedhelm und Thomas (wieder in einem Chateau)

Im Château des Ravatys bei km 17,5 war eine weitere Versorgungsstation: Vielfältige Leckereien luden zum Verweilen ein: Obst, Trockenfrüchte, Käse, Salami, Brot, und, und, und. Und natürlich wieder ein leckerer Wein. Auch hier wurde gerne wieder nachgeschenkt.

 

Die Halbmarathonmarke erreichten wir bei Charentay. Verschiedene Musikgruppen motivierten uns durch den Ort. Am Ortsausgang ging es durch einen privaten Park und dann waren wir wieder im ländlichen Raum. Auch hier war die Verpflegung wieder bestens! Und jetzt lernten wir auch Ackerbau und Viehzucht kennen. Die nachfolgenden Stationen kamen in ca. 3 km Abstand und trugen zur weiteren Motivation bei. Nach einer Strecke durch Felder und vor allem Laubwald tauchte vor uns das Château du Petite Talancé auf. Sieben Kilometer vor dem Ziel, nach verschiedenen Steigungen kam diese Station grade richtig. Wieder eine beste kulinarische Versorgung - ja, auch hier wurde zusätzlich Wasser ausgeschenkt - ging es gut gestärkt weiter.

 

Nun waren wir auf einer Strecke mit den Halbmarathonläufern. Was wirkten die frisch, was waren die flott. In Villefranche-sur-Saône war die Stimmung bestens. Viele Zuschauer an der Strecke, wieder verschiedene, motivierende Musikgruppen. Die abschließende Beschleunigung auf den letzten Tausend Metern auf der „Rue Nationale“ hat mir sicherlich eine um ca. 10 Sekunden verbesserte Zielzeit gebracht. Was für ein schöner Lauf! Anschließend wurden die Halbmarathonläufer von den Marathonläufern getrennt. Wir durften in die Parkgarage eines Einkaufszentrums und die längste Beaujolais-Theke der Welt genießen.

 

Zielverpflegung

Perfekt! Philippe war so freundlich uns zurückzubringen nach Belleville.

 

Auch die "Halbmarathon-Truppe"‘ hatte viel Spaß, soweit ich erfahren habe. Isabel (eine unserer Gastgeberinnen und Mitorganisatoren der Jumelage) ist weit hinter ihrer angestrebten Zielzeit geblieben. Die deutschen Jungs haben sie an jeder Getränkestation motiviert "angemessen" zu pausieren :)

 

Die Halbmarathontruppe

Lieber Holger, ich hoffe die Bilder motivieren dich in zwei Jahren noch einen Anlauf zu machen.

 

Das "Mann"‘ und "Frau" nach solchen Läufen noch so lange feiern können! Die Nacht des Marathons hat der Jumelage viel Freude gemacht. Hier konnte ein Aspekt des Laufs fortgeführt werden: Tout ce que tu peux boire (zu gut Deutsch: all you can drink). Viel Tanz und gemeinsame Freude charakterisierten diesen eindrucksvollen Abend. Und die Musikgruppe zeigte mal was echte Sportler so draufhaben. Sie spielten von ca. 20:30 Uhr bis 02:00 Uhr früh ohne Pause. Was ein herrlicher Abend.

 

Nuit du Marathon

Nach einem Vormittag in den Gastfamilien trafen wir uns alle zu einem Museumsbesuch und einer nachfolgenden Weinprobe (klar doch). Nachdem wir auf dem Lauf alle 5 km einen anderen Wein genießen durften, reduzierte sich der Abstand bei der Weinprobe auf jeweils 5 m. Wieder ein Nachmittag der unseren Gastgebern und uns viel Spaß gemacht hat. Anschließend durften wir noch einen schönen Abend bei unseren Gastfamilien verbringen. Unseren Gastfamilien vielen herzlichen Dank für die Gastfreundschaft und die vielen schönen Stunden die wir mit und bei euch verbringen durften.

 

Links:

 

Bericht zur Fahrt im Weihnachts-Sonderheft der "StadtQuelle" Salzkotten, Nr. 49, 09.12.2017, Seite 12.

Film zum Marathon: Thomas Ulrich ab Minute 11:00 beim Zieleinlauf von hinten.